Kunst: "Ereignishorizonte" in der Bühne in Purkersdorf

Ausstellung "Ereignishorizonte" in der Bühne von Herzog und Thuma.

Der Fotograf Sigi Herzog und die Künstlerin Gerlinde Thuma zeigen auf Fotos und Bildern in der Ausstellung in der Bühne Purkersdorf ihre hochsensiblen Beobachtungen über die Veränderungen von Oberflächen, Spuren und Materialien in Raum und Zeit und regen den Betrachter zum Nachdenken an.

Die Veränderung des Lebensraumes durch den Eingriff des Menschen und seine Auswirkungen schwingen als verbindendes Thema zwischen Thumas Malerei und Herzogs Fotografie mit. Mehr als hundert Besucher und Besucherinnen waren zur Austellungseröffnung am 22. Februar gekommen.

In der Dunkelkammer

Seine Leidenschaft für die Fotografie wurde schon in der Schule geweckt. „Es war das geheimnisvolle Hantieren in der Dunkelkammer beim Entwickeln der Bilder und das Sichtbarmachen von Augenblicken und weiter forschen, das mich so fasziniert hat“, erzählt Herzog.

Sigi Herzog stellt in seinen Fotos den zeitlichen Horizont, die Veränderung dar. Fotos mit Handabdrücken am Boden, Zebrastreifen, Schatten von vorbeieilenden Menschen und Abdrücke die nach einer gewissen Zeit verblassen. Er fragte sich beim Betrachten seiner Bilder: Wie würden diese in tausenden Jahren interpretiert werden, etwa die von ihm fotografierten Handabdrücke – sollten sie gefunden werden. 

Herzog lässt viel Spielraum für eine fantasievolle Interpretation seiner Fotos und Bilder. Er zeigt Abfolgen und „Zeithorizonte“, gibt den Schauenden poetische Texte als zusätzlichen Input mit. Er spielt mit Licht und Schatten, realistischen und abstrakten Elementen. "Sich mit dem Thema Ereignishorizont in dieser Form zu beschäftigen, hinterlässt nachhaltig Eindruck", sagt Kulturstadträtin Waltraud Frotz. 

„Die Sensibilität des Horizonts“

„Die Sensibilität des Horizonts“ ist das Leitmotiv für die gemeinsame Ausstellung. „Ich blicke gern unter die Oberfläche und betrachte die Dinge im Zeitverlauf, so formt die Umsetzung, Umwandlung und Manipulation den Horizont. Alles ist stete Veränderung und wir fachen das Gefühl der Erinnerung an“,  sagt die Malerin Thuma.

"Mich hat das Bild von Gerlinde Thuma mit Sand aus der Atacama-Wüste sehr berührt, weil ich dort selbst vor Ort sehen konnte, was sich unter dem Horizont abspielt, nämlich der Abbau von Lithium", sagt Kulturstadträtin Waltraud Frotz.

Die Ausstellung wurde am 22. Februar in der Stadtgalerie in der Bühne in Purkersdorf eröffnet, die Bilder sind bis 14. April ausgestellt. Susanne Schlager, Stadtgalerie Purkersdorf und Tanja Skorepa, Kuratorin, eröffneten. Begleitet wurde die Ausstellung auch von Reinhard Süss am Klavier, der die Stimmung der Ausstellung verstärkt und das Publikum tiefer in die Inspiration, die von den ausgestellten Werken ausgeht, eintauchen lassen ließ.

Fotograf und Künstlerin

Gerlinde Thuma hat an der Hochschule für Angewandte Kunst studiert. War bei vielen Symposien im In- und Ausland und hat einige Förderpreise in Österreich gewonnen.

Sigi Herzog ist in Villach geboren und hat Physik an der Uni Wien studiert. Er war von 2005 bis 2015 Gesamtprojektleiter am Hauptbahnhof Wien und ist heute Geschäftsbereichskoordinator in der ÖBB Infra.

Bildergalerie zum Ansehen.

22.02.2024