Am Gymnasium Purkersdorf wurde in diesem Schuljahr ein bemerkenswertes Zeichen für gelebten Umweltschutz gesetzt: Ein umfassendes Abfalltrennungsprojekt hat nicht nur die Müllqualität deutlich verbessert, sondern auch das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler nachhaltig geschärft.
Initiiert wurde das Projekt von Lehrerin Dr. Stephanie Fritsch, unterstützt von ihrer Kollegin Carlotta Schröder, nachdem die Stadtgemeinde festgestellt hatte, dass der Müll im Schulgebäude oft nicht gut getrennt worden war. Fehlwürfe – etwa Papiertaschentücher im Papiermüll statt im Restmüll – machten deutlich, dass hier noch Luft nach oben war.
Schulung aller Klassen
Zu Beginn wurden sämtliche Klassen des Gymnasiums gezielt geschult. In praxisnahen Einheiten lernten die Schülerinnen und Schüler, welche Abfälle in welchen Behälter gehören und warum richtige Mülltrennung einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leistet. Dabei wurden auch häufige Irrtümer aufgegriffen und geklärt.
Wettbewerb sorgt für Motivation
Seit November lief zusätzlich ein klassenübergreifender Wettbewerb: Ziel war es, den Müll in den Klassen möglichst korrekt zu trennen. Wöchentlich fanden unangekündigte Kontrollen statt. Für jeden korrekt befüllten Abfallkübel gab es einen Punkt.
Rasch entwickelte sich eine spürbare Dynamik innerhalb der Klassen. Die Schülerinnen und Schüler achteten zunehmend selbstständig auf die richtige Entsorgung. Der Ehrgeiz war groß – und der Lerneffekt ebenso.
Bewusstsein wirkt über die Schule hinaus
Besonders erfreulich ist, dass das gestärkte Umweltbewusstsein nicht an den Schultoren endete. Viele Schülerinnen und Schüler berichteten, dass sie auch zu Hause verstärkt auf Mülltrennung achten und ihr Wissen im Familienkreis weitergeben. Damit entfaltet das Projekt eine doppelte Wirkung – innerhalb der Schule und darüber hinaus.
Die Gewinnerklassen
Am Ende des Wettbewerbs konnten sich die Klassen 2F und 8C über den ersten Platz freuen. Insgesamt zeigte sich, dass die Unterstufe im Durchschnitt noch konsequenter und sorgfältiger trennte als die Oberstufe. Die Vertreter der Stadtgemeinde, Vizebürgermeister Viktor Weinzinger, Bildungs- und Jugendstadträtin Jasmin Klemmer-Schlögl und Kreislaufwirtschafts-Stadtrat Thomas Kasper statteten am 25.2. den Gewinner-Klassen einen Besuch ab, brachten Eisgutscheine für die Schüler sowie Blumen für die Lehrer mit und bedankten sich im Namen der Stadtgemeinde bei allen für ihr großes Engagement. Dr. Fritsch hatte für die Gewinner-Klassen ein schönes Frühstück vorbereitet, das großen Anklang fand.
Fortsetzung folgt
Der große Einsatz der Schülerinnen und Schüler sowie die positive Resonanz im Schulalltag machen deutlich: Das Projekt war ein voller Erfolg. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist eine Neuauflage im kommenden Wintersemester bereits geplant.
Der nachhaltige Erfolg ist vor allem dem Engagement von Dr. Stephanie Fritsch zu verdanken, die das Projekt ins Leben gerufen und mit großem Einsatz begleitet hat. Unterstützt wurde sie dabei von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen sowie von motivierten Schülerinnen und Schülern.
Das Gymnasium Purkersdorf legt großen Wert auf ein hohes Umweltengagement, es besitzt sogar seit 2019 eine Umweltzertifizierung, die im 4-Jahres-Rhythmus erneuert wird. Dabei gilt es, zehn Kriterienbereiche zu erfüllen: Energienutzung, Reinigung bis hin zu Wasser und Abfall. Ein Umweltteam kümmert sich gezielt um Projekte und kümmert sich um die Umsetzung im Schulalltag.
Thomas Kasper, Stadtrat für Kreislaufwirtschaft, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeitsstrategien, betonte die Wichtigkeit einer korrekten Mülltrennung. „Korrekte Mülltrennung ist die Grundlage für eine ressourcenschonende Wiederverwertung. Falsche Mülltrennung führt zu hohem Aufwand bei der Nacharbeitung, oft können Fehler gar nicht korrigiert werden und sorgen nachfolgend für große Probleme. Richtiges Trennen spart also nicht nur Aufwand, sondern auch viel Geld.“
Auch Gymnasiums-Direktor Harald Ruiss gratulierte den Gewinner-Klassen persönlich und betonte, dass ihm das Umweltengagement seiner Schüler besonders wichtig ist und er gerne solche Projekte unterstützte.
Mit diesem Projekt zeigt das Gymnasium Purkersdorf eindrucksvoll, wie Umweltbildung praxisnah und wirkungsvoll umgesetzt werden kann – und wie gemeinsames Engagement zu sichtbaren Verbesserungen führt.