Was gibt es Extremeres oder Außergewöhnlicheres, als einen Extremlauf auf der berühmtesten Piste der Welt, der Kitzbüheler Streif, zu veranstalten? Und zwar hinauf und hinunter, ausgehend von der Innenstadt Kitzbühels. Der „WERC“-Bewerb (steht für „World Extreme Run Challenge) geht zurück auf eine Idee im Jahr 2021 von Extremsport-Pionier und Athletik-Trainer Josef „Sepp“ Resnik und seinen Vorstandsmitgliedern vom gemeinnützigen Verein "sports4everybody" - im Sport tätige Enthusiasten, Ex-Sportprofis und Sportexperten. Die Streckenlänge beträgt 9 km bei unfassbaren 950 Höhenmetern.
Gestartet werden kann in Einzel- und 4er-Teams, zugelassen werden maximal 1600 TeilnehmerInnen.
Die Strecke startet in der Kitzbüheler Vorderstadt und geht durch die Innenstadt, dann durch den Legenden-Park bis hinauf zur Hahnenkamm-Bahn. Von dort läuft man auf der Hahnenkamm-Straße bergauf bis zum Oberhausweg auf Höhe des Streif-Zielsprungs. Ab dort geht es mit dem Anstieg zur Schrägfahrt unterhalb des Hausbergs hinein in die Originalstrecke der berühmten Kitzbühel-Abfahrt auf der Streif. Hat man den Steilhang geschafft, dann wartet mit der ebenfalls weltbekannten Mausefalle und teilweise 85 % (!) Anstieg bzw. Gefälle die nächste Challenge sowohl hinauf und hinunter. Dabei kommt es sehr darauf an, nicht zu schnell oder übermütig zu werden, sondern intelligent den klügsten Weg zu finden. Es gilt, immer die Konzentration zu behalten.
Der Veranstalter empfiehlt übrigens Berglauf-Stöcke – nicht zugelassen sind Spikeschuhe oder motorunterstütze Hilfsmittel – was auch kontrolliert wird.
Der Event fand heuer am 12. Oktober zum 4. Mal statt – bei Postkartenwetter, bei dem sich der Hang in bestem grünen Zustand zeigte, hunderte Zuschauer spendeten den AthletInnen viel Applaus.
PurkersdorferInnen auf dem Siegertreppchen
Dieses Jahr waren unter den AthletInnen auch die beiden Purkersdorferinnen Claudia Barton und Gudrun Dorner, die sogar die Plätze 2 und 3 in der Kategorie Frauen Ü40 belegten! Die treibende Kraft an der erstmaligen Teilnahme war Gudrun Dorner, die die Streif per Ski schon im Winter befahren hat. „Die Strecke ist ja im Winter schon steil, nun wollte ich das gerne „zu Fuß“ ausprobieren“, so Dorner. So schenkte sie ihrer Freundin Claudia Barton, die mit ihr gemeinsam auch sonst sportlich unterwegs ist, die Teilnahme an der Veranstaltung. Für Barton war es klar, dass sie die Herausforderung annimmt, denn „Wer kann schon von sich sagen, dass man die Streif hinauf- und hinuntergelaufen ist?“.
Beide erzählen von der unglaublichen Stimmung und der Hilfsbereitschaft der Sportler füreinander – die bereits Hinunterlaufenden feuerten die Entgegenkommenden an. Wobei – hinunter ist es ja noch schwieriger ist als hinauf. Denn der schwierige Untergrund und die Steilheit des Geländes lassen streckenweise nur noch ein Hinunterrutschen zu. Runterschauen darf man dabei übrigens nicht – dafür hat man wegen der notwendigen Konzentration sowieso keine Zeit.
Beide haben jedenfalls die Herausforderung mit Bravour gemeistert und kamen in ihrer Startklasse als Zweite und Dritte ins Ziel. Der (geheime) Traum der beiden hat sich jedenfalls erfüllt: sie durften jeweils eine Gams-Trophäe mit nach Hause nehmen.
Einen heftigen Muskelkater hatten beide übrigens dann schon im Nachhinein – denn trotz Trainings wurden hier Muskeln beansprucht, die man sonst nicht so oft braucht. Trotzdem würde es beide wahrscheinlich wieder machen und nächstes Jahr wieder dabei sein – beim World Extreme Run Challenge auf der Streif.