„Von der Schule in die Welt der Arbeit; Chancen – Wege – Perspektiven“ war der Titel des 4. Karl Schlögl Jugendforums, das am 19. Februar im BG/BRG Purkersdorf abgehalten wurde. Für die 6., 7. und 8. Klassen ein extrem wichtiges Thema, war Schulsprecherin Annie Groß überzeugt: „Viele von uns sind schon recht nah an Job und/oder Studium, haben aber noch keine Vorstellung davon, was sie tun möchten. Die heutige Diskussion soll Chancen und Wege aufzeigen, wo es hin gehen kann.“ Gemeinsam mit Lilly Pammer und Timo Schroll von der SchülerInnenvertretung moderierte sie die Veranstaltung höchst professionell und hatte auch die Vortragenden ausgewählt und eingeladen.
Karl Schlögl, langjähriger Bürgermeister von Purkersdorf betonte in seiner Begrüßung die sich abzeichnenden langfristigen und dramatischen Veränderung der Arbeitswelt und die Wichtigkeit der heutigen Veranstaltung, auf die er sei stolz sei. Direktor Harald Ruiss wies darauf hin, wie wichtig es ist, dass jungen Menschen in einer Welt mit gewaltigen Veränderungen Wege und Chancen aufgezeigt werden. Bürgermeister Stefan Steinbichler, Vizebürgermeister Viktor Weinzinger, Stadträtin Jasmin Klemmer-Schlögl und Gemeinderätin Anja Rechberger im Publikum setzten ein Zeichen dafür, wie wertvoll der Gemeinde Purkersdorf das Jugendforum ist.
Dann war es aber bereits Zeit für die ersten Fragen der SchülerInnen an die geladenen ExpertInnen: Karmen Frena, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ, Andrea Hintermayer von der Bildungs- und Berufsberatung NÖ, Günter Kastner von der AK NÖ, und die jüngste unter ihnen, Lina Gallei, Unternehmerin und Co-Founder SWIPZ, einem Startup, das als Unternehmensberatung junge Perspektiven direkt in strategische Entscheidungsprozesse integrieren möchte.
„Finden Sie, dass die AHS Oberstufe gut auf den späteren Jobmarkt vorbereitet?“, war die erste Frage an das Podium. Karmen Frena stellt dazu prompt fest, „dass Bildung und damit auch Ausbildung der beste Schutz gegen spätere Arbeitslosigkeit sind und die AHS mit ihrer Bildungsflexibilität einen guten Grundstein liefert, weil danach viele Weg offenstehen.“ Andrea Hintermayer betonte, dass „gerade wenn die KI viele Aufgaben übernehmen kann, persönliche und soziale Kompetenzen immer wichtiger werden – und da schafft die Ausbildung in der AHS eine gute Grundlage.“ Eine kritischere Stimme kam von Lina Gallei. Sie meinte, dass sich Schulen und Lehrpläne ändern müssten, denn mit wachsender KI werde es immer wichtiger, auch unter Zeitdruck gute Entscheidungen treffen zu können. Und Günter Kastner ergänzte, dass nach der AHS für den Jobmarkt meist eine weitere Ausbildung nötig sei, vom Studium bis zu einer Lehre. Was die AHS als Fundament aber ganz sicher biete, sei die Fähigkeit zu reflektieren, Dinge und sich selbst zu hinterfragen, breit aufgestellt zu sein.“
Zur Frage „Was kann man tun, um sich schon während der Schulzeit für die Zukunft vorzubereiten?“, stimmten alle vier ExpertInnen im Großen und Ganzen überein: Offen sein, Rausgehen, Verschiedenes ausprobieren und auf viele Arten Erfahrungen sammeln nannten sie als wichtige Bausteine – von Praktikum und Schülerjob bis zum Engagement in Vereinen. All das seien Möglichkeiten, Berufswelten, tolle Menschen und sich selbst kennenzulernen und z.B. auch zu erfahren ob man Teamplayer oder eher Einzelkämpfer sei. Und natürlich ist auch die Begeisterung ein wesentlicher Baustein bei der Berufswahl, denn alles, was man gerne tut, macht man zumeist auch gut. Den jungen Menschen rieten sie, sich an ihren Stärken zu orientieren und auch Freunde nach ihren Einschätzungen zu fragen, denn oft erkenne man Stärken eher an anderen, als an sich selbst.
Bei so vielen Fragen und Überlegungen kann man sich nicht nur als junger Mensch gestresst fühlen. Hier aber gab Karmen Frena wohltuende Entlastung: „Ängstlichkeit ist kein guter Ratgeber. Die Entscheidung der Berufswahl ist natürlich ein wichtiger Schritt ins Leben, aber auch keine Einbahnstraße. Man kann sich bei Bedarf immer auch neu orientieren oder am Weg eine andere Abzweigung nehmen. Streng lineare Berufswege gibt es heute zumeist nicht mehr.“
Die Frage „Wie wichtig sind gute Zeugnisse für den späteren Jobmarkt?“, wurde erfreulich beruhigend beantwortet. Denn sie schaden nach Meinung der ExpertInnen natürlich nicht, spielen aber nur im öffentlichen Dienst eine etwas größere Rolle oder auch, wenn es um die Bewerbung für besondere Studienplätze geht. In der Privatwirtschaft sind Erfahrung und Begeisterung in den allermeisten Fällen wichtiger als Zeugnisnoten. Nur Mut also, wenn es hinaus in die Arbeitswelt geht!