Großartiger Kultursommer-Abend bei Rekord-Hitze

Kultursommer 2026

Der Kultursommer Purkersdorf bot einen stimmungsvollen Sommerabend, der Musik und Kunst auf gelungene Weise miteinander verband. Neben zwei höchst unterschiedlichen Bands wurde auch die Sommerausstellung „Freischwimmen“ der Stadtgalerie eröffnet. Die Werke von Dora Mai, Judith Ressler und Katharina Szeppanek mit ihren sommerlichen Motiven bildeten den passenden künstlerischen Rahmen für einen Abend, der ganz im Zeichen von Kreativität und Lebensfreude stand.

Den musikalischen Auftakt gestaltete CJAS, eine junge Band aus der Region. Die Band gibt es seit fünf, sechs Jahren, auch wenn der Name CJAS damals noch nicht feststand. Intensiver und mit regelmäßigen Proben läuft das Projekt seit etwa drei Jahren – organisiert nicht über eine Schule oder einen Verein, sondern in Eigenregie. Der Auftritt in Purkersdorf kam über Eddie, den Gitarrenlehrer der örtlichen Musikschule, zustande.

Musikalisch setzt die Band auf das, was sie am besten kennt und liebt: Poprock, Coverversionen und klassische Gitarrensongs. „Unser Musikgeschmack geht einfach in ältere Musik", erklärt Annika. „Neue Musik ist oft sehr elektronisch, und das ist nicht so unser Ding." So standen Nummern wie Summer of 69 und Dani California genauso auf dem Programm wie neuere Songs. Die Songauswahl treffen alle gemeinsam: „Es gibt Vorschläge und dann stimmen wir ab."

Die Besetzung ist klassisch: Sarah singt, Annika sitzt am Schlagzeug und Klavier, Johanna übernimmt den Bass und Colin die Gitarre – und singt auch teilweise. Bisher ist die Band nur Live zu hören, auch Streaming gibt es (noch) nicht.  Zumindest offiziell steht die Schule noch an erster Stelle. Doch die Ambitionen sind klar: Annika plant, Musik zu studieren. Und man weiß ja nie, ob und wie man entdeckt wird.

Im zweiten Teil des Abends übernahmen die Viennese Ladies die Bühne und sorgten mit ihrer energiegeladenen Soul-, Funk- und Rhythm-&-Blues-Show für Begeisterung Dreizehn Frauen stehen auf der Bühne, hinter ihnen ein druckvoller Bläsersatz, davor fünf Stimmen, die Soul, Funk und Rhythm & Blues mit sichtbarer Freude zelebrieren. Als die Viennese Ladies beim Kultursommer Purkersdorf loslegen, dauert es nicht lange, bis der Funke auf das Publikum überspringt.

Die Geschichte dieser außergewöhnlichen Formation begann vor fast zehn Jahren eher beiläufig. Für ein Tribute-Programm zu Ehren der Soul-Legende Etta James fragte der Wiener Musikclub Reigen die Bassistin und Bandleaderin Claudia K., ob sie eine Ladies Session organisieren könne. Sie konnte – und wollte. Der Abend wurde ein voller Erfolg. „Das war so wunderbar, dass ich mir gedacht habe, eigentlich muss das weitergehen“, erinnert sie sich heute. Aus einer einmaligen Veranstaltung entstand Schritt für Schritt eines der bemerkenswertesten Musikprojekte der heimischen Szene: international besetzt, generationenübergreifend und konsequent weiblich.

Der besondere Klang der Viennese Ladies entsteht dabei nicht am Reißbrett. Jede Musikerin bringt Ideen, Erfahrungen und musikalische Einflüsse ein. Die Arrangements werden gemeinsam entwickelt und zu jenem unverwechselbaren Sound geformt, der die Band auszeichnet. Das Ergebnis dieses kreativen Prozesses erschien 2023 mit dem Debütalbum „Enlightenment“. An einem Nachfolger wird bereits gearbeitet.

Schon ein Blick auf die Besetzung macht deutlich, dass hier keine gewöhnliche Band auftritt. Musikerinnen aus den USA, Bulgarien, verschiedenen afrikanischen Ländern und Österreich, die alle in Wien leben, bilden gemeinsam beinahe ein kleines Orchester. Rhythmusgruppe, Bläsersatz und fünf Sängerinnen sorgen für einen Sound, der an die großen Soul- und Funkformationen der 1970er-Jahre erinnert.

Zu den bekanntesten Stimmen der Formation zählt Kim Cooper. Vielen ist sie noch als Mitglied der Rounder Girls in Erinnerung, die Österreich im Jahr 2000 beim Eurovision Song Contest in Stockholm vertraten. Inzwischen findet sich ihr Name auch auf Beyoncés Erfolgsalbum „Renaissance“, auf dem sie als Komponistin beteiligt ist.

Für Cooper ist die Band jedoch weit mehr als ein musikalisches Projekt. Die reine Frauenbesetzung versteht sie auch als Statement. „Wir werden so lange eine reine Frauenband sein, bis es selbstverständlich geworden ist“, sagt sie. Denn obwohl große Funk- und Soul-Bands wie Earth, Wind & Fire seit Jahrzehnten als Vorbilder gelten, sorgt eine Formation mit dreizehn Musikerinnen auf der Bühne noch immer für Aufmerksamkeit. Genau das möchten die Viennese Ladies ändern – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Energie, Spielfreude und einem Sound, der unter die Haut geht.

Gemeinsam mit der Eröffnung der Sommerausstellung „Freischwimmen“ entstand so ein abwechslungsreicher Kultursommer-Abend, der junge regionale Talente, internationale Musikerinnen und zeitgenössische Kunst miteinander verband. Trotz der höchst sommerlichen Temperaturen war "Die Bühne" voll und alle hielten bis zum Schluss durch.

 

29.06.2026