Digitale Identität zum Mitnehmen – Die ID-Austria-Tour machte Station in Purkersdorf

Am 29. August machte die ID-Austria Servicetour des Bundeskanzleramtes in Purkersdorf Station. Im Foyer des Stadtsaales konnten sich Interessierte nicht nur informieren, sondern gleich eine voll funktionsfähige digitale Identität einrichten lassen – inklusive Unterstützung bei der Nutzung der App und beim Verknüpfen digitaler Ausweise. „Die Idee ist, das Amt zu den Bürgerinnen und Bürgern zu bringen und einen möglichst niederschwelligen Zugang zu bieten“, erklärt Mag. Franz Schifflhuber, Leiter der Abteilung Informationsmanagement und Services im Bundeskanzleramt vor Ort. „Wer hierrausgeht, hat eine funktionstüchtige ID-Austria in der Tasche.“

Tatsächlich reichte das Angebot von der kostenlosen Registrierung bis zur individuellen Beratung. Wer Schwierigkeiten mit dem Smartphone hatte oder Probleme mit Fingerprint- oder Face-ID-Funktionen, bekam Unterstützung beim sicheren Einrichten. Menschen, die mit biometrischen Verfahren nicht zurechtkommen, können ihre ID-Austria neuerdings auch per Geräte-PIN nutzen: „Behindertenverbände haben uns darauf hingewiesen, dass die biometrische Erkennung bei manchen Personen mit Behinderungen, aber auch bei älteren Menschen ein Problem sein kann. Darauf haben wir reagiert“, sagt Schifflhuber.


Rund 4,1 Millionen Österreicherinnen und Österreicher nutzen bereits die ID-Austria, seit Start der Tour kamen weitere 200.000 dazu. „Nicht auf der Tour, sondern durch die Information, Kommunikation über das Thema, haben sich viele Leute eine ID-Austria ausstellen lassen“, stellt Schifflhuber klar.  Der Erfolg liegt auch in den vielfältigen Möglichkeiten begründet, die die ID-Austria bietet: Über 400 Services sind heute mit der elektronischen Identität nutzbar – von FinanzOnline über Wohnsitzänderungen und Urkundenservice bis hin zu privaten Angeboten wie dem Tarifwechsel bei Wien Energie oder Bankgeschäften. „Die ID-Austria wird immer mehr zum Generalschlüssel für digitale Amtswege, kommunale Services und private Anbieter“, so Schifflhuber.

Auch international sorgt die Lösung für Beachtung: Österreich gilt als Vorreiter in Europa, wurde mehrfach ausgezeichnet und verfügt über die höchste EU-weite Sicherheitszertifizierung. Andere Länderinformieren sich über die Umsetzung, während die EU an einer gemeinsamen „EU-Wallet“ arbeitet.


Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Schild stehen

Dass die Tour gerade in Purkersdorf Station machte, ist kein Zufall: Stadtrat Roman Brunner hatte das Angebot des Bundeskanzleramtes angenommen und die Gemeinde als Tourhalt angemeldet. „Ich bin froh, dass ich mich so frühzeitig um einen Termin bemüht habe, denn nun sind alle vergeben“, freut er sich.  Auch Bürgermeister Stefan Steinbichler zeigt sich sehr zufrieden und lobt die Aktion als „ein tolles Service für die Bevölkerung“.

Doch wer das Angebot annehmen wollte, musste sich gedulden. Die Schlange der Interessenten war unerwartet lang. „Das ist schon ein sensationeller Zuspruch“, zeigte sich Steinbichler erfreut, aber auch ein wenig erstaunt.  „Und wir hatten schon gefürchtet, dass niemand kommt“, schmunzelt er. Der starke Andrang lag wohl auch ein wenig daran, dass viele Menschen aus den umliegenden Gemeinden die Gelegenheit wahrnahmen, um die ID-Austria an ihrem Handy einrichten zu lassen. „Es gab eine Reihe von Anfragen von meinen Kollegen, ob sie den Termin denn auf der jeweiligen Gemeinde-Homepage veröffentlich dürfen“, erzählt der Bürgermeister. „Und natürlich war das überhaupt kein Problem.“

Purkersdorf war selbstverständlich nicht die Endstation für die Servicetour. Sie läuft noch bis Ende des Jahres und macht an den unterschiedlichsten Orten Halt – von Einkaufszentren über Bahnhöfe bis hin zu Firmengeländen. Neben öffentlich zugänglichen Stopps bei Veranstaltungen gibt es auch nicht-öffentliche Einsätze in großen Unternehmen wie Siemens oder der Post, wo direkt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der ID-Austria ausgestattet werden.

Und wer die Tour verpasst hat, kann die ID-Austria selbstverständlich auch bei der Bezirkshauptmannschaft beantragen – allerdings ohne das praktische Full-Service-Angebot. Für EU-Staatsbürger ohne österreichischen Pass gelten eigene Regeln: Auch sie können die ID-Austria bei ausreichendem Bezug zu Österreich beantragen, die Registrierung erfolgt jedoch ausschließlich bei Polizeidirektionen oder Finanzämtern, da nur dort die notwendigen internationalen Datenbanken verfügbar sind.

 

02.09.2025