Abschied von Katharina Würzl

Nach dreizehn ereignisreichen Jahren verabschiedet sich Katharina Würzl als Direktorin der Musikschule Wienerwald Mitte und übergibt an ihren Nachfolger Martin Rotter.

m Rahmen einer kleinen Feier in der Musikschule wurde ihr Einsatz vom ehemaligen Purkersdorfer Stadtamtsdirektor Burkhart Humpel, Bürgermeister Stefan Steinbichler, Bürgermeister a.D. Karl Schlögl, Mauerbachs Bürgermeister Peter Buchner, dem Gablitzer Bürgermeister Michael Cech sowie der Gablitzer Vizebürgermeisterin Manuela Dundler-Strasser gewürdigt.


Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch

Katharina Würzl übergibt an Martin Rotter-Nummer, der vielen bereits als Lehrer der Musikschule und Leiter des Jugendorchesters bekannt ist. Wir haben die beiden dazu zum Interview gebeten.

Direktionsübergabe in der Musikschule Wienerwald Mitte

Red.: Frau Würzl, seit 1. September 2012 sind die Gemeinden Gablitz, Mauerbach und Purkersdorf im Gemeindeverband Wienerwald Mitte zu einer gemeinsamen Musikschule zusammengeschlossen. Und seit diesem Tag haben Sie diese Schule geleitet. Auf welche Ergebnisse sind Sie besonders stolz, bzw. was waren für Sie die Highlights in diesen Jahren?

K.Würzl: Mich freut besonders, dass wir hier gemeinsam ein tolles, breit aufgestelltes Fächerangebot aufgebaut haben. Neben den Instrumenten bieten wir z.B. auch das Fach Komposition sehr erfolgreich an. Einer unserer Schüler durfte ein Stück für das Eröffnungskonzert des Bundeswettbewerbes prima la musica 2025 komponieren. Seit diesem Jahr gibt es aber auch eine Schauspielklasse, die sehr gut angenommen wird.

M. Rotter: ….Ja, und von unserer Sternwanderung von Mauerbach nach Purkersdorf mit verschiedenen Musikstationen schwärmst du auch immer noch, soviel darf ich verraten.

 

Red.: Ihre Schülerzahlen sind beindruckend. Derzeit besuchen rund 800 SchülerInnen die Musikschule Wienerwald Mitte, etwa 450 davon am Standort Purkersdorf. Das Lehrerteam besteht aus 43 Personen.

K. Würzl: Das Land NÖ fördert den Besuch bei Kindern und Jugendlichen bis 24 Jahren, ein kleines Stundenkontingent steht auch für Erwachsene zur Verfügung, die einen deutlich höheren Beitrag zu zahlen haben. Das sind kluge Regeln, denn gleichzeitig sind diese Erwachsenen auch wichtige Unterstützer für uns – sie helfen aus und beteiligen sich gerne. Ebenso unersetzbar ist die Arbeit der Eltern, wir haben einen großartigen Elternverein, der die Schule unterstützt.


Red.: Wie kommen die Kinder üblicherweise zur Musikschule?

K. Würzl: Viele lernen uns in Begleitung einer erwachsenen Bezugsperson bei den Elementarmusikkursen kennen, dort wird spielerisch Musik erfahren, durch Singen, Rhythmusübungen, Hören und ein Kennenlernen der Instrumente. Das übliche Einstiegsalter für ein Instrument ist dann in der ersten oder zweiten Volksschulklasse – und da sind die Wünsche breit gestreut – fast alle Instrumente sind hier schon möglich.

 

Red.: Und wie kann man die Kinder am Ball halten?

K. Würzl: Wichtig dafür ist das Zusammenspielen in Ensembles. Es macht den Kindern unglaublich viel Spaß und gleichzeitig ist es eine wichtige Erfahrung, dass man den anderen zuhören und auch auf sie reagieren muss. So wird Musik-Machen zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 

Red.: Gibt es unter Ihren SchülerInnen auch welche, die ProfimusikerInnen werden?

K. Würzl: Ja, jedes Jahr machen ein bis zwei die Aufnahmeprüfung für ein Musikstudium. Und immer wieder schlägt eine oder einer die Laufbahn als BerufsmusikerIn ein.

 

Red.: Herr Rotter, Sie übernehmen einen im wahrsten Sinne des Wortes eingespielten Betrieb?

M. Rotter: Ja, ich bin ja auch schon seit dem Jahr 2000 dabei, unterrichte Querflöte, das Jugendblasorchester und die Bläserklasse. So kenne ich den Betrieb schon sehr gut, und Kathi hat mich bestens vorbereitet.

 

Red.: Was sind ihre Vorstellungen für die nächsten Jahre?

M. Rotter: Ich kann auf ein breites Angebot und ein engagiertes Team aufbauen. Meine Idee ist es, unsere Schule als Kunst- und Musikschule zu etablieren und mit neuen Fächern zu erweitern, z.B. Musikproduktion. Professionelle Aufnahmen werden immer wichtiger. Wir haben schon eine sehr gute Popularmusikabteilung und neben der Spitzenförderung möchten wir auch in die Breite gehen und möglichst viele junge Leute ansprechen.

 

Red.: Zum Schluss noch die Frage, die wohl (fast) aller Eltern umtreibt: Wie bringt man Kinder zum Üben?

M. Rotter: Oh, diese Frage können wir bis heute nicht 100%ig beantworten. Unser Weg sind die vielen Auftrittsmöglichkeiten, bei denen die Kinder zeigen können, was sie gelernt haben. Das reicht vom Klassenabend bis zu Ensembleauftritten. Ich würde sagen, ein Weihnachtskonzert ist schon einmal der beste Übungsmotivator. Und dabei lassen sich oft völlig neue Lehrinhalte leicht vermitteln.

 

Red.: Frau Würzl, Sie bleiben wahrscheinlich der Musik verbunden und wissen Sie schon, womit sie sich nun beschäftigen werden?

K. Würzl lachend: Nein, tatsächlich weiß ich noch nicht, was kommt. Nach dieser aufregenden Zeit genieße ich zunächst einmal ganz lange Ferien, und wenn mir dabei langweilig wird, werde ich mir etwas überlegen.

 

Herzlichen Dank für das Interview!

 


24.06.2025